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Colston vom sockel

IMG 4528a

© 2020 G. Brickart: Cartoon "Black lives matter, Mr. Colston!"

indeed, it takes time

einst war's ein mann
der im gelde schwamm
handel war sein ding
wobei es um sklaven ging

ohne moral
priester im money gral
nicht unglück noch pein
ließen ihn humanisch sein

und dann heute
sehen die leute
aus bronzemetall
ihn stürzen im freien fall

ab in den fluss
mit grölendem gruß
der menschenhasser
im gelde nicht, im wasser

black lives matter!
so steh‘n die letter
nicht zu verhehlen
dort, wo oft seiten fehlen

indeed, it took a long time

© 12.06.2020 brmu
Zitat in der Fußzeile des Cartoons: Stanislav Jerzy Lec, Sämtliche unfrisierte Gedanken, Zweitausendeins o. D., S. 11: Es gab Zeiten, da man die Sklaven legal kaufen musste

 

Kommentare 1

Gäste - Andreas Rumler am Mittwoch, 10. Juni 2020 15:00

Denkmäler erinnern an Autos, denn sie dienen der Fortbewegung: Transportiert werden historische Ideologien, die Würdigung bedeutender Ereignisse oder Personen. Und sie haben mit Autos gemeinsam die Eigenschaft, dass der TÜV mitunter sich Gedanken machen sollte, ob dieses Vehikel noch angemessen ist, verkehrssicher, oder ob es möglicherweise einem Wartungsdienst unterzogen gehört oder gar als gemeingefährlich aus dem Verkehr gezogen. Just das ist in Bristol passiert, nur landete die Statue leider nicht auf dem Schrottplatz, sondern verunreinigte ein Hafenbecken, aber das ist eigentlich angesichts des Charakters eines Sklavenhändlers nicht besonders verwunderlich. In Museen werden überalterte Gefährte mit Informationen versehen, die auf ihren realen Wert hinweisen. Eine solche Ergänzung, den verbrecherischen Charakter des Sklavenhandels betreffend, wäre hilfreich gewesen, statt einer postumen Umweltsauerei. Denn auch Denkmalsstürze tragen zur Verdrängung schlimmer Epochen der Geschichte bei, statt darüber aufzuklären und vorbeugend daran zu erinnern.

Denkmäler erinnern an Autos, denn sie dienen der Fortbewegung: Transportiert werden historische Ideologien, die Würdigung bedeutender Ereignisse oder Personen. Und sie haben mit Autos gemeinsam die Eigenschaft, dass der TÜV mitunter sich Gedanken machen sollte, ob dieses Vehikel noch angemessen ist, verkehrssicher, oder ob es möglicherweise einem Wartungsdienst unterzogen gehört oder gar als gemeingefährlich aus dem Verkehr gezogen. Just das ist in Bristol passiert, nur landete die Statue leider nicht auf dem Schrottplatz, sondern verunreinigte ein Hafenbecken, aber das ist eigentlich angesichts des Charakters eines Sklavenhändlers nicht besonders verwunderlich. In Museen werden überalterte Gefährte mit Informationen versehen, die auf ihren realen Wert hinweisen. Eine solche Ergänzung, den verbrecherischen Charakter des Sklavenhandels betreffend, wäre hilfreich gewesen, statt einer postumen Umweltsauerei. Denn auch Denkmalsstürze tragen zur Verdrängung schlimmer Epochen der Geschichte bei, statt darüber aufzuklären und vorbeugend daran zu erinnern.
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