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Zynismus muss nicht sein

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© KStA vom 17. März 2020, Seite 20, Leserforum

Es gibt Texte, die verschütten dir den Tee beim Frühstück auf die Zeitung. Du denkst noch, was soll das denn, da bewegt sich schon die Tastatur. Einmal quergelesen und ab damit in die Redaktion der Zeitung, die dich so erregt hat.

Und was war nun so aufregend? Ein Herr Jürgen Domian fühlte sich bemüßigt, am 7.3.2020 in derselben Zeitung prominent auf Seite 2 über Greta Thunberg den Kübel des Zynismus auszuschütten. Sie solle ihren Heiligenschein entsorgen. Als ob jene, denen man Heiligenscheine anhängt, in der Lage wären, diesen loszuwerden. Da können die Frommen ein Lied von singen.

Nein, es geht um die Diskreditierung einer jungen Person, die in ihrer Konsequenz die Erwachsenen mit ihrer Inkonsequenz ad absurdum führt. Unsere Enkelgeneration hat das kapiert! Alle, ob jung oder alt, wissen längst, dass es so nicht weitergehen kann. Aber so eine Sechzehnjährige hat die Dreistigkeit, das immer wieder stoisch mit peitschenden Worten zu sagen.

Das will so gar nicht in das Weltbild des J. D. passen. Die Botschaft mag man nicht, also muss man die Botschafterin verhöhnen oder niedermachen. Dagegen stemmt sich meine Replik an den D. J. der Heiligenscheine.

© 17.03.2020 brmu

 

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