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zauderbann vom zedernwald

zu zeiten des zauberers Zauderbann, als die menschen tagsüber noch träumen konnten, weil sie nicht so zahlreich waren und mit den gaben der natur auskamen, als sie sich noch wundern und staunen konnten und sich tagelang über ihre erlebnisse miteinander unterhielten, ja, als sie eigentlich noch alle wie die kinder waren, da geschahen seltsame ereignisse.

die menschen wohnten mitten in einem schier grenzenlosen wald, der sie sicher umgab wie eine zwingburg. er war so dicht verwachsen, dass sich niemand hindurch traute. nur der EINE verspürte den zwang der neugierde und drängte sich durch das gestrüpp. er sprang über umgestürzte baumriesen, durchwatete farnwedelwälder, kroch durchs unterholz. er wurde ganz schön geritzt und gezwackt von zweigen und dornen und gar auch von den zecken, die auf ihn zu warten schienen. das aber störte ihn nicht.

denn er wollte unbedingt wissen, was jenseits des zedernwaldes sei.

am dritten tag aber sank ihm der mut, jemals aus dem wald herauszufinden. zerschunden stolperte er auf eine lichtung und genoss das spärliche, grün getönte sonnenlicht. im sitzen wurde ihm warm und wohlig, so dass seine sinne in tagträumerei versanken. da schlich plötzlich ein zwerg aus dem dickicht und näherte sich ihm behutsam. er glaubte wohl, der EINE schliefe und er könne ihn ungestraft zergeln. schon streckte der zwerg seine hand aus, ihn in die wade zu zwicken, da griff der EINE zu und ließ nicht mehr los. wie jammervoll der zwerg auch zeterte, er zwang ihn fest zu boden.

„was störst du meinen frieden, zwerg“, schimpfte der EINE, „ich habe dich nicht gezergelt und auch nicht gezwockelt!“

der kleine wicht japste, war aber dennoch zickig: „du bist auf meinem grund und boden. da gehörst du nicht hin. zuzug mag ich nicht.“

zorn stieg in des EINEN adern auf und er donnerte: „der zedernwald ist nicht vergeben! du maßt dir an, besitz zu haben?“ und verstärkte den zwang seines griffes.

der zwerg zuckte und zappelte ziemlich frech und zeigte keine einsicht.

da war es dem EINEN zu dumm. „höre, zwerg, du weißt, ich bin stärker und kann dich zerquetschen, aber das ist nicht nach meinem sinn. ich will dir deine frechheiten vergeben, wenn du mir den weg ins unbekannte land weist. du musst ihn wissen, denn du bist länger hier im wald als ich.“

so sprach der EINE und setzte den zwerg auf armeslänge sich gegenüber. dem zwang entronnen, wich der zwockel, so nennen sich die zwerge selber, flickflack zurück und floh zickzack ins unterholz. der EINE wunderte sich und argwöhnte hinfort, dies sei die art der zwerge.

(fortsetzung folgt)

© 04.09.2018 brmu

 

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Samstag, 15. Dezember 2018

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