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kapitalozän: Donald Duck lässt grüßen

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© 26.12.2018 brmu: Tagebau Hambach – blick links richtung Hambacher Wald am horizont


Prof. Harald Lesch hielt eine vorlesung am 2.12.2018 im audimax der TU Ilmenau/ Bayern. in dieser vorlesung mit dem titel „Das Erdzeitalter des Geldes: Das Kapitalozän!“ werden die sünden des menschengeschlechtes im umgang mit seiner mitwelt skizziert und zu einer bedrängenden botschaft konzentriert: es ist schon fast zu spät.

aus dem video hier eine zusammenfassung der passage, die sich mit dem Braunkohle-Tagebau Hambach und den Hambacher Wald beschäftigt (29:08 – 31:50), wörtliches zitate im schrägdruck:

… man könne sich folgende gedanken dazu machen und fragen: Ist es moralisch eigentlich tatsächlich noch erlaubt, den Kohlenstoff, der unter dem Hambacher Forst sitzt, abzubauen? unabhängig von den ökologischen problemen, stelle sich doch die frage, ob wir als gesellschaft es mit den auch von unseren politikern unterzeichneten klimaabkommen und deren klimazielen ernst meinten. in dem falle dürften wir keinen weiteren Kohlenstoff mehr in die Atmosphäre entlassen.

aber offenbar schaffe man das nicht, der kohlenstoffgehalt in der atmosphäre steige. die folge wäre: der müsse in nicht allzu ferner Zukunft aus der luft wieder herausgeholt werden.

man könne sich leicht ausrechnen, dass die menge an Kohlenstoff, die nur unter dem Hambacher Forst liege, würde die noch freigesetzt, dass zu deren entfernung aus der atmosphäre unter gegebenen technischen voraussetzungen zukünftige Generationen etwa 75 Milliarden auf den Tisch des Hauses legen müssten, um das wieder gut zu machen.

wir müssten uns darüber im Klaren sein, dass die Schäden, die wir heute anrichten, von denjenigen, die diese Schäden anrichten, gar nicht mehr bezahlt werden. es sehe so aus, als hätten wir es vermasselt. Wir reden hier über die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Wir reden nicht über irgendwas.

das bedeute aber, es könne gar nicht richtig sein, moralisch, - ganz egal, was RWE zum thema arbeitsplätze oder renditeerwartungen sage, - diese braunkohle noch zu fördern. das heiße aber mit anderen worten, wir als gesellschaft müssten uns viel stärker einbringen, wenn klimaziele von uns definiert würden. schaue man sich umfragen an, so sei es ganz offenbar: man wolle das. die bundesrepublikanische bevölkerung scheint nicht gegen ökologie zu sein – nur kosten dürfe es nichts, so nach dem Motto: ja, die andern schon, aber ich nicht.

aber es gehe gar nicht um die andern, es gehe um uns! Es geht um unsere Kinder, es geht um unsere Kindeskinder – um die, die noch gar nicht da sind. Die werden den ganzen „Scheiß“ bezahlen müssen, den wir jetzt anrühren.

eindringlicher kann man es nicht formulieren. es lohnt sich, die ganze vorlesung inklusive fragerunde anzusehen. selber denken macht klug – auch für unsere enkelkinder.

© 11.01.2019 brmu

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© 26.12.2018 brmu: Tagebau Hambach – blick links richtung Hambacher Wald über dem nebel am horizont

Prof. Harald Lesch hielt eine vorlesung am 2.12.2018 im audimax der TU Ilmenau/ Bayern. in dieser vorlesung mit dem titel „Das Erdzeitalter des Geldes: Das Kapitalozän!“ werden die sünden des menschengeschlechtes im umgang mit seiner mitwelt skizziert und zu einer bedrängenden botschaft konzentriert: es ist schon fast zu spät. aus dem video hier eine zusammenfassung der passage, die sich mit dem Braunkohle-Tagebau Hambach und den Hambacher Wald beschäftigt (29:08 – 31:50), wörtliches zitate im schrägdruck:

… man könne sich folgende gedanken dazu machen und fragen: Ist es moralisch eigentlich tatsächlich noch erlaubt, den Kohlenstoff, der unter dem Hambacher Forst sitzt, abzubauen? unabhängig von den ökologischen problemen, stelle sich doch die frage, ob wir als gesellschaft es mit den auch von unseren politikern unterzeichneten klimaabkommen und deren klimazielen ernst meinten. in dem falle dürften wir keinen weiteren Kohlenstoff mehr in die Atmosphäre entlassen.

aber offenbar schaffe man das nicht, der kohlenstoffgehalt in der atmosphäre steige. die folge wäre: der müsse in nicht allzu ferner Zukunft aus der luft wieder herausgeholt werden.

man könne sich leicht ausrechnen, dass die menge an Kohlenstoff, die nur unter dem Hambacher Forst liege, würde die noch freigesetzt, dass zu deren entfernung aus der atmosphäre unter gegebenen technischen voraussetzungen zukünftige Generationen etwa 75 Milliarden auf den Tisch des Hauses legen müssten, um das wieder gut zu machen.

wir müssten uns darüber im Klaren sein, dass die Schäden, die wir heute anrichten, von denjenigen, die diese Schäden anrichten, gar nicht mehr bezahlt werden. es sehe so aus, als hätten wir es vermasselt. Wir reden hier über die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Wir reden nicht über irgendwas.

das bedeute aber, es könne gar nicht richtig sein, moralisch, - ganz egal, was RWE zum thema arbeitsplätze oder renditeerwartungen sage, - diese braunkohle noch zu fördern. das heiße aber mit anderen worten, wir als gesellschaft müssten uns viel stärker einbringen, wenn klimaziele von uns definiert würden. schaue man sich umfragen an, so sei es ganz offenbar: man wolle das. die bundesrepublikanische bevölkerung scheint nicht gegen ökologie zu sein – nur kosten dürfe es nichts, so nach dem Motto: ja, die andern schon, aber ich nicht.

aber es gehe gar nicht um die andern, es gehe um uns! Es geht um unsere Kinder, es geht um unsere Kindeskinder – um die, die noch gar nicht da sind. Die werden den ganzen „Scheiß“ bezahlen müssen, den wir jetzt anrühren.

eindringlicher kann man es nicht formulieren. es lohnt sich, die ganze vorlesung inklusive fragerunde anzusehen. selber denken macht klug – auch für unsere enkelkinder.

© 11.01.2019 brmu

 

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Sonntag, 25. August 2019

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