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kohlegier im krimi

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© 26.12.2018 brmu: Tagebau Hambach

manchmal findet man in einem krimi erhellendes. kommissar Böhnke ermittelt verdeckt im zusammenhang dreier, ermordet aufgefundener studenten aus Aachen. und steht dann auf einmal vor einem berg von fragen, auch wegen des Sinns und Unsinns der drei gewaltigen Braunkohletagebaue Garzweiler II, Hambach und Inden.1

gegen ende des krimis diese stelle:

>Wundert mich nicht<, kommentierte Bruch. >Der Rausch vom Braunen Gold ist vorbei. Die Kohlegier geht zu Ende. Jetzt wollen die noch Kohle mit der Kohle machen.<

Der Konzern baue ein geschicktes Szenario auf. Wenn er die Braunkohleaktivität nicht verkaufen könnte, müsste er notgedrungen die Umweltschädigungen weiter betreiben. Wenn das nicht gewünscht sei, müsse die Politik handeln. Das gelte auch, wenn diese Unternehmenssparte für einen ausländischen Investor interessant werden solle.

>Niemand wird investieren, wenn er die immensen Umweltauflagen erfüllen soll mit dem Bau effizienter Kraftwerke, mit einem umweltschonenden Abbau statt des Raubbaus an der Natur und mit den enormen Kosten für eine Rekultivierung und einer erträglichen Umsiedlung im Rahmen der geltenden Vereinbarungen. Es rechnet sich einfach nicht mehr.>

Und das liege nicht daran, dass die erneuerbare Energie vom Staat gefördert und deshalb kostengünstiger sei als der Strom aus Braunkohle.

>Die finanzielle Förderung der überkommenden Energieträger wie Kohle und Atom sind immer noch wesentlich höher als die der erneuerbaren Energien, die Kosten für die Folgeschäden durch AKWs und Umweltzerstörung nicht einmal mit eingerechnet. Allein für diese Kosten kommen Milliarden zusammen, für die es bei den Konzernen keine ausreichenden Rückstellung gibt<, behauptete Bruch …

Er rechne damit, fuhr Bruch fort, dass die anderen Betreiber der Braunkohleförderung und –verbrennung bald ebenfalls von einem Verkauf ihrer Sparten reden würden. >Die wollen ihre Milliardengräber loswerden. Die beginnen jetzt schon mit Sparprogrammen, was nichts anderes als Personalabbau bedeutet.> …

>Letztendlich läuft das alles darauf hinaus, dass der Staat einspringen wird. Er wird quasi eine „Bad Bank“ für die Braunkohle gründen. Dann hat er die Verantwortung an der Backe und der Steuerzahler die Kosten am Hals. Und die Konzerne haben in ihrer Kohlegier noch einmal einen guten Reibach gemacht.>

© 23.07.2019 brmu
1 klappentext s.u.
2 zitate aus: Kurt Lehmkuhl: Kohlegier – Kriminalroman, Gmeiner Verlag 2016, seite 314-318

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© 26.12.2018 brmu: Tagebau Hambach

manchmal findet man in einem krimi erhellendes. kommissar Böhnke ermittelt verdeckt im zusammenhang dreier, ermordet aufgefundener studenten aus Aachen. und steht dann auf einmal vor einem berg von fragen, auch wegen des Sinns und Unsinns der drei gewaltigen Braunkohletagebaue Garzweiler II, Hambach und Inden.1

gegen ende des krimis diese stelle:

>Wundert mich nicht<, kommentierte Bruch. >Der Rausch vom Braunen Gold ist vorbei. Die Kohlegier geht zu Ende. Jetzt wollen die noch Kohle mit der Kohle machen.<

Der Konzern baue ein geschicktes Szenario auf. Wenn er die Braunkohleaktivität nicht verkaufen könnte, müsste er notgedrungen die Umweltschädigungen weiter betreiben. Wenn das nicht gewünscht sei, müsse die Politik handeln. Das gelte auch, wenn diese Unternehmenssparte für einen ausländischen Investor interessant werden solle.

>Niemand wird investieren, wenn er die immensen Umweltauflagen erfüllen soll mit dem Bau effizienter Kraftwerke, mit einem umweltschonenden Abbau statt des Raubbaus an der Natur und mit den enormen Kosten für eine Rekultivierung und einer erträglichen Umsiedlung im Rahmen der geltenden Vereinbarungen. Es rechnet sich einfach nicht mehr.>

Und das liege nicht daran, dass die erneuerbare Energie vom Staat gefördert und deshalb kostengünstiger sei als der Strom aus Braunkohle.

>Die finanzielle Förderung der überkommenden Energieträger wie Kohle und Atom sind immer noch wesentlich höher als die der erneuerbaren Energien, die Kosten für die Folgeschäden durch AKWs und Umweltzerstörung nicht einmal mit eingerechnet. Allein für diese Kosten kommen Milliarden zusammen, für die es bei den Konzernen keine ausreichenden Rückstellung gibt<, behauptete Bruch …

Er rechne damit, fuhr Bruch fort, dass die anderen Betreiber der Braunkohleförderung und –verbrennung bald ebenfalls von einem Verkauf ihrer Sparten reden würden. >Die wollen ihre Milliardengräber loswerden. Die beginnen jetzt schon mit Sparprogrammen, was nichts anderes als Personalabbau bedeutet.> …

>Letztendlich läuft das alles darauf hinaus, dass der Staat einspringen wird. Er wird quasi eine „Bad Bank“ für die Braunkohle gründen. Dann hat er die Verantwortung an der Backe und der Steuerzahler die Kosten am Hals. Und die Konzerne haben in ihrer Kohlegier noch einmal einen guten Reibach gemacht.>

© 23.07.2019 brmu
1 klappentext s.u.
2 zitate aus: Kurt Lehmkuhl: Kohlegier – Kriminalroman, Gmeiner Verlag 2016, seite 314-318

 

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Dienstag, 22. Oktober 2019

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