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Essmann's Temperini - oder Paganini?

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© 2020 brmu: Theres Essmann‘s Debüt als Novelle

Jürgen Krause ist Taxifahrer in Köln, lebt alleine, hat Probleme. Er ist schon länger geschieden. Leon, sein geliebter Sohn, lebt bei seiner Mutter, Jürgens ex-Frau Irene. Vater und Sohn planten eine Tour durch Kanada, was nun der Stiefvater Ulrich mit Leon realisiert. Jürgen fühlt sich abgehängt.

Der Anruf eines Kunden mit Namen Federico Temperini (s. Titel) setzt Änderung in Gang. Er ist ein Mann alter Schule, der Jürgen ausdrücklich als Chauffeur für Fahrten zu Konzerten bucht. Es entspinnt sich eine wundersame Geschichte. Jürgen hat keinen blassen Schimmer, was der Alte wirklich von ihm will, es muss mehr als das Taxifahren sein. Aus den Gesprächen im Taxi erfahren wir etwas über Paganinis enormes, musikalisches Talent. Und peu-à-peu gibt der Alte Informationen auch über sein eigenes Leben preis, mit erstaunlichen Parallelen.

Jürgen beginnt, in Paganinis Biographie zu lesen. So kann er sich auch an den Gesprächen beteiligen, wenn auch etwas burschikos als er meint, Paganini habe seine ganze verdammte Seele in das Geigenspiel gepackt. Der kauzige Alte war ebenfalls ein begnadeter Geiger. Gemäß alter Rezensionen sei sein Geigenspiel kongenial zu Paganini gewesen. Und ebenso wie Paganini musste er seine Karriere wegen der Erkrankung seiner linken Hand aufgeben. Die Ähnlichkeiten mehren sich derart, dass Jürgen ein Aha-Erlebnis hat. Er liest in alten Rezensionen über Federico Temperini, den Solisten. Ich schaute in die schwarze Leere vor meinem Fenster, …, und ich dachte: Natürlich. Natürlich, du Depp.

An dieser Stelle denkt man verwundert: wieso Depp? Und der Blick fällt auf das Cover mit der offenen Hand und auf den Begriff „Novelle“. Im weiteren Verlauf werden die Vermutungen zur Gewissheit. Wer ist wer? Und warum eine Novelle? Wenn Sie nun Antworten erwarten und wissen wollen, wie alles ausgeht, nehmen Sie das Buch in die Hand und lesen Sie selbst. Es lohnt sich!

© 02.06.2020 brmu
Theres Essmann: Federico Temperini – Novelle, Klöpfer.Narr Verlag 2020
Die vollständige Rezension können Sie auf der Homepage „Sätze & Schätze“ von Birgit Böllinger lesen.

 

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Montag, 13. Juli 2020

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