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Franzen hält den Spiegel vor

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© 2020 foto brmu: Buchtipp #33 des LHK

Das Literaturhaus Köln (LHK) steht für die engagierte Befassung mit regionaler und internationaler Literatur. Lesungen sind ein wesentliches Grundprinzip der gemeinsamen Rezeption unter Einschluss der Autor*innen. Das kann in Coronazeiten nun nicht in üblicher Weise stattfinden. Daher lädt das LHK ein Autor/innen und Mitglieder/innen, kleine Buchbeschreibungen als Tipps abzugeben. Dies als Anregung für die Leserschaft, das Buch zur Hand zu nehmen und die Stunden in der Alleinsamkeit bereichernd zu erleben.

Mein Buchtipp wurde am 19.4.2020 als Tipp #33 auf der Homepage des LKH veröffentlicht. Eine gekürzte Version biete ich hier an:

Jonathan Franzen legt seine Gedanken zur Klimaproblematik in einem Brevier vor. Es macht nachdenklich und ist keineswegs eine Couchlektüre. Die von Ängsten befeuerte Corona-Krise überdeckt alles im Lande, weil sie die Einzelnen direkt betrifft, verstellt dabei den Blick auf das Grundsätzliche: Die Misswirtschaft der Menschheit auf diesem Planeten und deren brutale Auswirkungen.

Nach Meinung von J. Franzen ist die Klimaerwärmung soweit fortgeschritten, dass sie nicht mehr abwendbar ist. Es sei nun realistischer, ihre Auswirkungen im Schulterschluss aller Länder zu minimieren. Das mit machbaren Projekten, die somit Erfolgserlebnisse schüfen, die den Lebensmut befeuern.

Das erinnert an die aktuelle Strategie, die Corona-Pandemie flach zu halten, eine Herdenimmunität zu begünstigen, damit Krankenhäuser nicht überfordert werden.

Der letzte Satz seines Essays ist richtungsweisend: Vor allem aber gibt sie mir Hoffnung für heute. Es steht zu hoffen, dass in Sachen Klimaveränderungen keine geistige Immunität eintritt.

© 19.04.2020 brmu

 

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