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lesung unterm baum

lesen von büchern ist nicht nur eine individuelle sache daheim im kuscheligen lesesessel. es kann auch an interessantem ort und in anregender atmosphäre anlass zu einem geselligen erlebnis werden. in der buchmanufaktur „Landpresse“ in Weilerswist konnte man das jüngst erleben.

am 7. Juli 2019 gewährte der verleger Ralf Liebe etwa zwei dutzend interessierten eine führung durch seine manufaktur mit betagten, jedoch bestens funktionierenden maschinen zur buchherstellung.

zunächst wurde mit der mähr aufgeräumt, dass herr Johannes Gutenberg (~1400 – 1468) der erfinder des buchdruckes sei. mitnichten, denn diese kunst stamme aus Asien um die wende des ersten jahrtausends. aber Gutenberg war ein begnadeter unternehmer und habe diese kunst in serie gebracht, was ihm die erinnerung aller gesichert hat.

sodann wurde vom drucken der bögen, dem falzen, kleben, binden und schneiden gesprochen, dies an entsprechender maschine demonstriert. dabei wurde klar, dass das klassisch gebundene buch eine eher aussterbende form darstellt, die masse der bücher wird als broschur hergestellt, also nur geklebt. dann ging es weiter in den bereich der druckmaschinen. dort wurden deren funktionen beschrieben und vorgeführt. man muss schon flinke finger haben, will man sie unversehrt heimwärts tragen.

nach etwa einer stunde konnte man sich ein bild davon machen, wie früher bücher hergestellt wurden. zur abwechslung ging es dann in den garten, der hinter der druckerei gelegen ist. dort war alles vorbereitet für den zweiten und dritten teil des tages.

weiß man, wie bücher entstehen, so sollte man auch darin lesen oder daraus vorlesen.

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© 07.07.2019 U. Brockmann: brmu erläutert den realen plot der geschichten

auf einladung der buchhändlerin Karola Brockmann aus Brühl, die auch die idee zu diesem event hatte, fiel dies dem autor Bernhard R. M. Ulbrich zu. er gab zunächst eine kurze einführung, wo wie und warum sein buch „Der Traum des Vogelwärters auf Schleimünde“ entstanden ist. mit in der druckerei eigens hergestellten, großformatigen foto-prints konnte der autor die wichtigen schritte illustrieren. dann ging es in medias res.

das gedicht „seh.adler“ öffnete die aufmerksamkeit, dann folgten eine begegnung am naturschutzgebiet „Aus Essen komm’se wech“ und ein hafenkonzert auf der Lotseninsel „Der Sänger am Hafen“. den abschluss bildete das gedicht „sing a song“, das inzwischen auch in der anthologie „Versnetze_zwölf“ des lyrikers Axel Kutsch veröffentlicht wurde.

die veranstaltung klang aus bei gutem wein, wasser, snacks und interessierten gesprächen im schönen garten des verlagshauses von Ralf Liebe. einhellige meinung: ein bereicherndes erlebnis.

© 16.07.2019 brmu

 

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Sonntag, 25. August 2019

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