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Pollini grüßt Beethoven

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© 22.1.2019 foto brmu: Maurizio Pollini lässt Beethoven aufleben

Beethoven ist die musikalisch gewordene revolte gegen das hergebrachte seiner zeit – und auch der unseren. das konnten wir wieder einmal im konzertsaal der Kölner Philharmonie erleben.

diese ahnung hat uns der weltbekannte, italienische pianist Maurizio Pollini (*1942) unverstellt und deswegen kongenial zu ohren gebracht. das medium waren die drei letzten, von Beethoven komponierten klaviersonaten nr. 30 e-dur, nr. 31 as-dur und nr. 32 c-moll (opera 109 – 111). schwere kost leichthändig dargeboten.

mit blick auf den flug seiner hände, von der chorempore herab, hätte man verzweifeln können. das kannst du nie und nimmer, dein geklimper daheim am klavier, das ist dagegen eine arge tonstörung, ja belästigung. aber ihm zuhören, ihm zuschauen und in seiner Beethoven-interpretation schwelgen – das ging gut. so gut, dass sich heimlich der wasserstand in den augen änderte, woge der resonanten gefühle.

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© 22.1.2019 foto brmu: M. Pollini umringt von ovationen

gerne wurden Maurizio Pollini, der fast bis zur schüchternheit zurückgenommen dem publikum dankte, von den stehenden zuhörer/innen empathische wogen brandenden applauses entgegen gebracht. und Ludwig van Beethoven hat ganz gewiss im off gelächelt. im nachklang der akkorde fanden wir den weg heim durch den kruden lärm der stadt.

© 25.01.2019 brmu

 

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