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Zindler zündet lyrisch

„Schneide auf kurzes Maß
Zukunftshoffnung zurück.“

Nur ist das Jetzt kein Fixpunkt (panta rhei).
Dazu gehört der Vorhof der Erinnerung
und das Zeitfenster in die Zukunft.
Durch dieses Fenster soll man nur mit Zuversicht sehen!

© 25.12.2017 Theo Zindler, Carpe diem

 

Theo Zindler, mitglied des Montessori-schulteams in Kassel und autor, meint im litbiss-interview1:

als literat möchte ich in meinen texten das bewusstsein des daseins und des menschlichen miteinanders wach halten.

motive gibt es viele, besonders interessieren mich motive spontanen erlebens, die zur „punktuellen Zündung der Welt im lyrischen Subjekt2“ (F. Th. Vischer) beitragen.

dabei hatte ich immer den anspruch an mich, die spannungen des lebens auszuhalten im sinne Heraklits: „Des Widerspenstigen Fügung wie bei Bogen und Leier“.

meine bücher konzipiere ich nahe dem lateinischen, weil es wie eine feierliche türe in die gesamte antike als beginn von philosophie und europäischem denken führt.

das schreiben hat für mich persönlich einerseits den gewinn, etwas durch gestaltung in form und sprache „bewältigt“ zu haben,

es hat aber auch andererseits die möglichkeit, erfahrungen für andere wieder zu öffnen und für einen neuanfang.

mein lieblingsthema ist, mich als einen minimalen teil der menschheitsgeschichte auf dieser welt zu begreifen.

aktuell arbeite ich gerade an weiteren lyrischen gedichten und an gedanken zu einem „Leben ohne Gott“.

wenn sie meine texte lesen, wünsche ich mir produktive aneignung, die das geschriebene zu jeweils neuem leben weckt.

über mich finden sie in der welt der literatur ein immer währendes gespräch mit autoren der vergangenheit.

ich engagiere mich in organisationen wie Amnesty International und Humanistische Union, weil es in politik und gesellschaft darauf ankommt, eine kultur des humanen zusammenlebens aufrecht zu erhalten.

mir ist besonders wichtig, dass unsere welt nicht wieder in nationalen egoismus und in „glaubenskriege“ zurückfällt.

© 04.01.2018 brmu
1 lückentextinterview mit Theo Zindler, im schrädruck seine ergänzungen.
2 Friedrich Theodor Vischer, Aesthetik oder Wissenschaft des Schönen, Teil 3 (1846)

 

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