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perlköniglich

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© 17.02.2018 foto brmu: reiter am strand von Katwijk / NL

wer reitet so spät am strand quer wind
es ist die reit‘rin ohne ihr kind
sie hat rein gar nichts wohl in dem arm
so fasst sie sicher zügel mit charme

ei John, was kriechst du lang wie mit gicht
siehst mater, du den perlkönig nicht
so perlenkörnig am droh‘n, begreif
ei John, es ist ein nebelschweif

so lieb am wind, komm, folge mir
echt tiefe priele spül ich vor dir
geheime numen sind an dem strand
ab zum futter, hatt‘ manch wilden aufwand

ei mater, ei mater, und hörest du nicht
was perlenkönig mir leise verspricht
sei ruhig, bleibe ruhig, kein‘ sprint
in plürren wellen säuselt nur wind

willst, feiner rappe, du mit mir geh’n
meine stuten, die erwarten dich schön
meine stuten führen in prächtigen reih’n
sie wiegen und tänzeln und lassen dich rein

mei mater, mei mater, und siehst du nicht dort
perkönigs gäule am lüsternen ort
mein John, mein John, den augen nicht trau
es bleiben die kalten wellen so grau

ich triebe dich, mich reizt deine schöne gestalt
doch bist du nicht willig, sei’s ohne gewalt

mei mater, mei mater, jetzt passt er sich an
perkönig hat mir kein leids getan

um mater brauset’s, sie reitet im sprint
sie hält in den händen kein ächzendes kind
erreicht den hof ohn‘ mühe und not
und ihre wangen, vom wind ganz rot.

© 04.04.2018 brmu
vorlage: J. W. Goethe, Der Erlkönig,
Goethezeitportal: Entstanden und Erstdruck 1782. Angeregt durch Herders Übertragung der dänischen Volksballade "Erlkönigs Tochter". "Aus dem dänischen >ellerkonge< = Elfenkönig war durch Kombination mit dem Wort Eller = Erle fälschlich ein >Erlkönig< geworden, was aber Goethes Phantasie nun gerade anregte zur Gestaltung der an Bäume gebundenen Elementargeister." (Erich Trunz; Hamburger Ausgabe, Bd. 1, S. 542.)

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© 17.02.2018 foto brmu: reiter am strand von Katwijk / NL

wer reitet so spät am strand quer wind
es ist die reit‘rin ohne ihr kind
sie hat rein gar nichts wohl in dem arm
so fasst sie sicher zügel mit charme

ei John, was kriechst du lang wie mit gicht
siehst mater, du den perlkönig nicht
so perlenkörnig am droh‘n, begreif
ei John, es ist ein nebelschweif

so lieb am wind, komm, folge mir
echt tiefe priele spül ich vor dir
geheime numen sind an dem strand
ab zum futter, hatt‘ manch wilden aufwand

ei mater, ei mater, und hörest du nicht
was perlenkönig mir leise verspricht
sei ruhig, bleibe ruhig, kein‘ sprint
in plürren wellen säuselt nur wind

willst, feiner rappe, du mit mir geh’n
meine stuten, die erwarten dich schön
meine stuten führen in prächtigen reih’n
sie wiegen und tänzeln und lassen dich rein

mei mater, mei mater, und siehst du nicht dort
perkönigs gäule am lüsternen ort
mein John, mein John, den augen nicht trau
es bleiben die kalten wellen so grau

ich triebe dich, mich reizt deine schöne gestalt
doch bist du nicht willig, sei’s ohne gewalt

mei mater, mei mater, jetzt passt er sich an
perkönig hat mir kein leids getan

um mater brauset’s, sie reitet im sprint
sie hält in den händen kein ächzendes kind
erreicht den hof ohn‘ mühe und not
und ihre wangen, vom wind ganz rot.

© 04.04.2018 brmu
vorlage: J. W. Goethe, Der Erlkönig,
Goethezeitportal: Entstanden und Erstdruck 1782. Angeregt durch Herders Übertragung der dänischen Volksballade "Erlkönigs Tochter". "Aus dem dänischen >ellerkonge< = Elfenkönig war durch Kombination mit dem Wort Eller = Erle fälschlich ein >Erlkönig< geworden, was aber Goethes Phantasie nun gerade anregte zur Gestaltung der an Bäume gebundenen Elementargeister." (Erich Trunz; Hamburger Ausgabe, Bd. 1, S. 542.)


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© 17.02.2018 foto brmu: reiter am strand von Katwijk / NL

wer reitet so spät am strand quer wind
es ist die reit‘rin ohne ihr kind
sie hat rein gar nichts wohl in dem arm
so fasst sie sicher zügel mit charme

ei John, was kriechst du lang wie mit gicht
siehst mater, du den perlkönig nicht
so perlenkörnig am droh‘n, begreif
ei John, es ist ein nebelschweif

so lieb am wind, komm, folge mir
echt tiefe priele spül ich vor dir
geheime numen sind an dem strand
ab zum futter, hatt‘ manch wilden aufwand

ei mater, ei mater, und hörest du nicht
was perlenkönig mir leise verspricht
sei ruhig, bleibe ruhig, kein‘ sprint
in plürren wellen säuselt nur wind

willst, feiner rappe, du mit mir geh’n
meine stuten, die erwarten dich schön
meine stuten führen in prächtigen reih’n
sie wiegen und tänzeln und lassen dich rein

mei mater, mei mater, und siehst du nicht dort
perkönigs gäule am lüsternen ort
mein John, mein John, den augen nicht trau
es bleiben die kalten wellen so grau

ich triebe dich, mich reizt deine schöne gestalt
doch bist du nicht willig, sei’s ohne gewalt

mei mater, mei mater, jetzt passt er sich an
perkönig hat mir kein leids getan

um mater brauset’s, sie reitet im sprint
sie hält in den händen kein ächzendes kind
erreicht den hof ohn‘ mühe und not
und ihre wangen, vom wind ganz rot.

© 04.04.2018 brmu
vorlage: J. W. Goethe, Der Erlkönig,
Goethezeitportal: Entstanden und Erstdruck 1782. Angeregt durch Herders Übertragung der dänischen Volksballade "Erlkönigs Tochter". "Aus dem dänischen >ellerkonge< = Elfenkönig war durch Kombination mit dem Wort Eller = Erle fälschlich ein >Erlkönig< geworden, was aber Goethes Phantasie nun gerade anregte zur Gestaltung der an Bäume gebundenen Elementargeister." (Erich Trunz; Hamburger Ausgabe, Bd. 1, S. 542.)

 

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Samstag, 15. Dezember 2018

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