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diese drei

alles neue relativiert das alte
wer im alten wurzelt, will‘s
aus eigennutz bewahren
wird das alte überhöhen
es härten wollen wider das neue
wird das neue herabwürdigen
es schwächen wollen im
angesicht alter tradition
wettstreite werden entstehen
zwischen den protagonisten
mord und totschlag am end‘
und nach den turbulenzen
erlahmen die kräfte aller
es tritt beruhigung ein beim
zählen der opfer und schäden
auch betroffenheit | derweil die
ganze zeit schleicht sich durch
die hintertür in bindungen der
kinder das neue ins leben
ins denken und ins handeln
warum nur das ganze leiden

doofheit – dummheit –dreistigkeit
diese d-drei

© 15.08.2018 brmu

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evo.lulolaleli.tion

evolution: ach, ein spiel
so ganz ohne ein ziel

evolotion, dem meere
entbergen was wäre

evolation: entfaltung
doch mit zweckenthaltung

evoletion: die ordnung
mit der guten eignung

evolition, der prozess
ganz ohne götterstress

© 03.08.2018 brmu

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einsumsandere

das eine nicht ohn‘
das andere zu haben -
gesetz der bilanz

das and’re auch mit
diesem einen zu haben -
möglichkeit der chance

eines und and‘res
gleichzeitig nicht zu haben -
die volte der angst

eins ums andere
mal sehen was da passiert -
alles oder nichts

© 31.07.2018 brmu

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bis ins mauseloch

schokolade knackt nicht mehr
viele blätter hängen runter
traurig wie zu herbsteszeiten

grüne fäden in den teichen
braune auf dem rasen
tödlich ist der fisch gefangen

und von oben knallt das licht
ohne barmen bis ins mauseloch
schatten ist ein schönes wort

© 27.07.2018 brmu

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dr. med. lyrik

tägliche dosis
von lyrik in der zeitung -
heilung extra dry

denn

zu risiken und
hauptwirkungen fragen sie
ihren lyriker

© 20.07.2018 brmu

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zeh-ess-uhh

Casus Sine Urbanitas
ein fall ganz ohne benehmen
partei vom südlichen rande
aus unserem ganzen lande

wehe wenn sie losgelassen
alarm! Berlins ruf in gassen:
macht zu Bayern die grenzen dicht
hier woll’n wir diese Bayern nicht!!

wer aber sind denn diese nun
die mit zahlzynismus so tun
als sei’s ein zufall gewesen
so ohne absicht und spesen

neunundsechzig ausgewiesen
ein‘fünfzig von Bayerns wiesen
einer davon dann sich erhängt
weil man sein land als sicher denkt

neunundsechzig jährchen erst alt
und im inneren eisekalt
wird er in „die fresse kriegen
wird sie um die ecke biegen

wird das c sich wieder wandeln
wird das s vielleicht anbandeln
wird das u am end zerfallen
hören wir den stammtisch lallen

und die moral von der geschicht
in politik, da gibt’s die nicht

© 12.07.2018 brmu

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mach's analog

wenn ich’s vor dich trag
die datendieberei

als endlosen treck
von diesen bits und bytes

mit dem täuschungstrick
scheinbarer sicherheit

erlieg‘ nicht dem trug
es wär‘ doch einerlei!

durchschwimm nicht den trog
der datenschwelgerei!

mach’s analog!

© 10.07.2018 brmu

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bazi

see hover?
nee doover
geht’s nimmer

doch! schlimmer
do bringt
oan rind

den söter mann
der’s blöder kann

© 06.07.2018 brmu

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wirkungsgleich

sind wirkstoffe
wirkungsfähig
so sind sie nicht
wirkungslos
sondern eher
wirkungsvoll
und bewirken
mit einem gewissen
wirkungsgrad
in gewollter
auswirkung
möglichst ohne
nachwirkung
in meist bekannter
wirkungsweise
für eine notwendige
wirkungsdauer
eine wirksamkeit
die in der regel
wirkungsgleich ist

wirkungsgleich ist
die dummheit in
der politik unter
mitwirkung und
einwirkung anderer
dummer polköpp
die einen würgen
lässt

die wähler/innen
sollten dem klar
entgegenwirken
mit nachhaltiger
wirkwucht als
wählerwirksamkeit

© 03.07.2018 brmu

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see doof er

feuermeldervisage
bringt so richtig in rage

schlag vor den breiten knopf
befreit von jedem kropf

provinzgeist im nest
ist oftmals die pest

impfen tut gut
braucht man nur mut

rauswurf jetzt
schluss mit hetz

immer
schlimmer

sonst
kommt‘s

© 02.07.2018 / 19:51 uhr brmu

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paroli haiku

glauben heißt rauben
das vernunftkleid, das schöne -
dummheit sich kröne

wissen heißt hissen
bunte fahnen der vernunft:
erkenntnisankunft

hoffen braucht pochen
auf den erkenntnisgewinn -
geld verludert sinn

lieben, auch schieben
das kanu voller wahrheit
quer zur dumpfströmung

© 29.06.2018 brmu

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fuß geballt

ach, raus aus dem spiel
weltmeisterträume perdue -
dann nächstes mal neu

© 27.06.2018 brmu

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seenot in nöten

menschen in seenot
warum auch immer

schiffe, die diese retten
darum immer wieder

häfen, die nicht anlegen lassen
warum auch immer

politiker, die verludern
darum nie wieder

die große schande der
verluderung wählen

es kann dich selber treffen
auf deiner Hurtigurkenreise!

© 27.06.2018 brmu

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what's äppel

heureka!
ich schwimme nicht im trog
der datendieberei
gab nicht mich hin dem lug
es wär‘ doch einerlei

akerueh!
ich lieb‘s noch analog
wie briefeschreiberei
kein reinfall auf den trug
resist the lock-in tie

© 23.05.2018 brmu

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Lindner beim bäcker

man kann beim bäcker 1
in der schlange
nicht unterscheiden
wenn einer mit

gebrochenem deutsch
ein brötchen bestellt
ob das der hoch

bezahlte politiker
minderer intelligenz
aus dem süden ist oder
eigentlich ein sich
bei uns
legal
aufhaltender
höchst
gern
gesehener
südtourist

damit die gesellschaft
befriedet ist
müssen sich alle sicher sein
dass
unsere politiker
die bei uns walten
sich auch legal
bei uns verhalten

lasst uns nicht lindnern
sondern dummheit lindern

© 14.05.2018 brmu

1 originaler wortlaut als zitat per schrägdruck aus KSTA vom 14.5.2018, Artikel von Timot Szent-Ivanyi, „Kubicki stichelt wieder“; äußerung von Christian Lindner/fdp-chef zur wahrnehmung von migranten

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mutters tag

in den müttern waren wir
aus den müttern kamen wir
alle, so oder so

darum lasst uns huldigen
die biounschuldigen
für ihre heldentat

und wenn es gar freude war
dass sie uns kraftvoll gebar
dann verneigen wir uns

und laden zum ehrentag
massenhaft die grüße ab
weil sie die mutter ist

ehren dich für deinen mut
voll geschenke ist der hut
der auf dem gabentisch

und wenn du in die jahre
kommst bis auf jene bahre
lieben wir dich dennoch

so sei die mutter geehrt
denn liebe ist nie verkehrt
am muttertag ist dank

© 13.0.2018 brmu

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vaddersdag

der vadderdag is‘ doll
das whiskyglas halb voll

danach ist es halb leer
der vatertag nicht mehr

so nippt von tag zu tag
ein vater wie er’s mag

manchmal an dem leben
manchmal whisky eben

dankt dann seinen kindern
allen glückspfadfindern

sei‘ fru zu allem lacht:
wat der sich usjedacht!

© 10.05.2018 brmu

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marderalarm

hast du’n Marder unter‘m dach,
dann brauchst du ein‘n, der vom fach
ist
denn sonst würd‘ die sache doll,
weil der sonst die decke voll-
pisst

© 23.03.2018 brmu

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Bach 333

Jo Sebastian Bach
musik dein, die legt mich flach -
in seelenlage

© 21.03.2018 brmu

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sondern auch

mittags etwa, vielleicht auch
im März schrieb ich dir: willst du mich
heiraten? diese worte! im klassen
raum tuschelten die andern.

© 17.03.2018 brmu
inspiriert von Ulla Hahn, Wider Worte – Gedichte, DVA 2011, seite 20, „Fast“ und 21, „Nicht nur“

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fingerzeig des Sokrates

hey, alter
als bürger deiner stadt, die
sich klug und mächtig wähnt
entblödest du dich nicht
deine taschen mit geld zu füllen
auf ruhm und ehre zu schielen,
doch um einsicht und wahrheit
gar um dein seelenheil
da kümmerst du dich nicht
noch sorgst du dich darum

behauptest du das gegenteil
so werde ich nicht ruhen
sondern fragen, prüfen, forschen
dir die fehlende tugend beweisen

© 13.03.2018 brmu
frei nach: Platon, Sämtliche Dialoge, Felix Meiner Verlag 1988, Bd.I, Apologie, 29e

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so ein tölpel

ein Basstölpel auf Mana
ist treu bis in den tod -
attrappen, die weinen nicht

© 07.02.2018 brmu
anregung: KSTA v. 7.2.2018, "Trauer um den einsamsten Tölpel der Welt“

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sonne, pur

zuhause soll‘s wohl frostig sein
nachts gefriert sogar der teich
deswegen senden wir sogleich
in eure herzen sonnenschein

© 06.02.2018 brmu
anlässlich vereister teiche im garten eine strophe aus einem gedicht, verfasst auf Gomera am 7.4.1996

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übertünchen

was für eine schlimmer finger
ist doch dieser Gomringer
der dichtet damals sachen
die heut’gen ängste machen
von einem admirador
frauen liehen ihm ihr ohr

facebook und twitter dagegen:
voll schmutztiraden, kein segen
für wohlgefälligen anstand
leider nicht an einer hauswand
sonst könnte man gleich obwalten
statt übertünchen: abschalten!

© 04.02.2018 brmu

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von oben herab

himmelskühe milchen wieder
schön locker flockig auf das dach
aus nordnordost da kommt das weh’n
schnell alles wieder aufgeleckt
vielleicht von falscher jahreszeit

© 04.02.2018 brmu

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mene, mene, tekel

a
a + f
f
f + m
a
a + m
a + f + m
a + f + m = u-parsin

© 24.01.2018 brmu
anregung nach Eugen Gomringers gedicht „ciudad“, KSTA v. 24.1.2018 und Die Zeit, Feuilleton, Thomas Assheuer, Die Putztruppe von Hellersdorf;erstveröffentlichung: Eugen Gomringer, konstellationen, spiral press 1953

„Das Gedichtobjekt ist seit 2011 an der Fassade der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin-Hellersdorf zu sehen. Gomringer hat sich damit bei der ASH für den Alice Salomon Poetik Preis bedankt.“ (Der Tagesspiegel v. 23.1.2018)

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weniger oder mehr

wenn man was nicht mag,
dann ist einem weniger davon lieber.
1

wenn man was doch mag,
dann ist einem vielleicht mehr davon lieber.

wenn man nichts nicht mag,
dann ist einem irgendetwas doch lieber.

wenn man‘s nichts recht mag,
dann ist man tot.

© 17.01.2018 brmu
1 spruch von Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann ) im Krimi „Nord bei NordWest – Käpt’n Hook“, drehbuch: Holger Karsten Schmidt

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nochmal neujahr

im neuen jahr
jetzt alles klar
drechseln wir weiter an fiktionen
einscheinung, vision und utopie
schneller als gedacht zur dystopie
so mit schlagenden bataillonen
das ist doch klar
im jedem jahr

© 07.01.2018 brmu

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zwistmist

knatsch, krach und krisen
ach, was von diesen
treibt uns auf‘s ende zu

mal ist es zu viel
alle drei ins ziel:
wege trennen sich - nu

bist du nun schlauer
meid‘ diesen schauer
und wärme dich am du

© 31.12.2017 brmu

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... und ewig grüßt das neue jahr ...

langer reden kurzer sinn
fahrt mir f|eiernd doch dahin
kommt mir munter dann zurück
für des neuen jahres glück
sind wir dann enttäuscht total
testen wir‘s beim nächsten mal

© 31.12.2017/01.01.2018 brmu

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und ewig grüßt der weihnachtsmann

es hat kein‘ zweck
aller schnee bleibt weg
weihnacht nicht weiß
so ein schei|benkleis‘

der weihnachtsmann
auf dem ackerschlamm
schlitten steckt fest
vor dem weihnachtsfest

denn klima warm
zeh!oh!zweialarm
hilft kein bimmeln
im wolkenwimmeln

ein neuer kann
welt helfen ohn‘ pann:
menschentwurf
in der schleuderkurv‘

wunschreduktion
als neuer ton
auf töpferscheib‘
für den menschenleib‘

darin der geist
ist nimmer so dreist‘
das menschenmaß
soll gierigen spaß

fest verdrängen
in lebensengen
scheinbar verhext
sei immer respekt

und anstand auch
spontan aus dem bauch
wenn’s köpfchen brummt
der zorn sich vermummt

und ewig dann
grüßt der weihnachtsmann
bringt uns weiter
geschenke heiter

© 25.12.2017 brmu

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Rilke mal anders

es gibt so wunderheiße mächte
darin manch‘ ding recht mild erglimmt
da schimmert‘ manchem herrn absinth
man ihm von schroffen wirten brächte
in kannen aus dem wirtshausspind

breit wie im schlichten glühweinglaube
bereut, erscheinen schwur und mut
und bei den kerzen, absolut
bleibt ein herrenloser glaube:
findet diesen plunder gut

© 10.12.2017 brmu
persiflage nach R. M. Rilke, Erste Gedichte, Leipzig im Insel-Verlag MCMXX (1920). Kapitel Träumen, seite 81/82, Gedicht XXI Es gibt so wunderweiße Nächte

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Sankt Nik' nach haus

Sankt Niklas war ich heut' - juchee!
die kinder waren lieb wie eh'
und je|des kriegt ein strümpfchen voll
das fanden alle richtig toll
sie sangen noch den dank im braus
Sankt Nik', der ging beschwingt nach haus

© 06.12.2017 brmu

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rentnergerecht

nun ist er auch gepflastert der
vorgarten vis-à-vis wie jener
nebenan, auf dem nun autos steh’n
in reih‘ und glied auf wackerstein

wie die weißkieselwüste paar
häuser weiter zentral mit einem
großstein aus der jüngsten eiszeit
über den ein wässerchen fließt

wie bei nachbars gegenüber ein
kreis im tristen pflastermuster darauf
der rindenmulch als häuflein liegt
kein grün sich da durchkämpft

alle bejammern den tod der insekten
denen der lebensraum fehlt und die
vögel, denen der insektenschmaus fehlt
die andern sind schuld – wir nicht

© 27.10.2017 brmu

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herbstfinale

bäume wachsen auf gen himmel
thronen mit der krone vogellieb

wenn man sie hübsch lange lässt und
nachbarn mit dem blattlosfimmel
über sich ergehen lässt und
hingebungsvoll die straße fegt
bis kein blatt sich sehen lässt und
müd‘ den besen zur seite legt

herbstlaub den igelbau abgibt
träume wachsen auch im himmel

© 26.10.2017 brmu

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dat es all' fott

kein feste burg! dat es all‘ fott,
üvverall wehr und waffen.
nix hilft uns, frei ist aller tod,
der uns hetz' wie besoffen.

das alt-böse greint,
mit ernst es aufscheint;
es lacht mit viel list
fein showkram brütet mist,
oh merd' - nix es seinsgleichen.

© 19.10.2017 brmu
nach: Martin Luther, Kirchenlied: Ein feste Burg ist unser Gott, (1529?)

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schau ins traumland:

ausland
gastland
gauland
kulturland
sauland
stammland
vatterland

© 2017 brmu

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rechteseite

Wenn es wahr ist,
was ist schon wahr in dieser welt
dass an Gottes rechter Seite
wer aber steht sonst bei ihm
sein Liebling steht,
liebling in der revolte
bei allem, was er tut,
er tut nicht, ruht in sich
was er pflanzt und segnet,
heute segen morgen regen
wenn das wahr ist,
oh zweifel sind angebracht
so hör die Schritte,
du aber hörst deinen herzeschlag
die kleinen, die großen,
herzrhythmusstörungen vielleicht
das Trippeln und das Stampfen!
körpersprache legt dich bloß
Warte, bis sich deine Augen
und was ist mit den ohren
an die Dunkelheit gewöhnen!
menschheit im dunkel fürwahr
Und nun? Kannst du sie sehen?
trippelvernunft versus tumben hass
Kannst du die beiden sehen?
nur leuchtende raketen wie
glühende fingerhüte am himmel

© 03.10.2017 brmu
Zitat kursiv aus: Michael Köhlmeier, Das Mädchen mit dem Fingerhut, Hanser2016, seite 139

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fiktive fiktion

in der fiktion meines gartens
nichts ist wie ich’s erträume
lässt sich gut liegen so im

gedämpften sonnenschein

augen zu und durch denn
realität aus blech schroff
schrammt entlang doch

sperber rufen dich zurück

© 23.09.2017 brmu

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ohr am sessel

(Erna & Fritz in memoriam)

sein sessel ist leer, der
mit den großen ohren
kein grauer schopf
sanft schräg gelegt
die lehnen frei von
knorrigen händen
geformt in jahren harten
lebens voriger zeiten
kein blick, etwas wässrig
kein flotter spruch dazu
aus schmallippigem mund
er fehlt mir, der vater
und ich setze mich hinein
und höre mutters lachen
die schon vor ihm ging

© 07.09.2017 brmu

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menschenwelten

wenn ich so liege
in wogender sonnenflut
dümpelnd an teiches rand
nah der libellen flug
orientierung suchend
vier flügel im abglanz
blitzender reflektionen
dann bin ich allda
dann bin ich dort
wo ich stets sein wollte
einen schritt raus aus
der fiktion der welten
und die erzählung der
kondensstreifen am
ergrauenden himmel
werfe ich weit ab
stehe lächelnd auf
die sonne ist weg

© 06.09.2017 brmu

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die/der kunde

der angebliche kunde
zum verbraucher degradiert
läuft seine sucherrunde
supermarkt hat’s kalkuliert

© 24.08.2017 brmu

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hymne an C

mein ICH ist drinnen

meine EGO draußen

das SELBST umkreist beide

die allmählich reifen

weil DU impulse gibst

ohne dich werde ich

unfertig bleiben

 

© 10.08.2017 brmu

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pause machen

der dichter in der klause
macht ungern eine pause
wenn der flow in packt

ehe die blockade kommt
er je alles was ihm frommt
in den laptop hackt

die tasten klappern hastig
die texte werden lastig
plötzlich ist dann schluss

kommt nichts mehr aus den fingern
die augen heftig schlingern
auf des bildschirms stuss

löschen ist die rettung jetzt
kein verlag dich leider hetzt
bist ein no name nur

also fang von vorne an
und du schreibst dann irgendwann
lit‘ratura pur

© 09.08.2017 brmu

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Bohm entfaltet

die welt sei aus den fugen geraten
mitnichten, liebe nichten
keine fugen weit und breit
nie welche gewesen
einbildung ist keine bildung
alles ein blumenkohl der
immer weiter evolviert
aus impliziter ordnung
nichts, was sie zusammen hält

© 01.07.2017 brmu
David Bohm, Die implizite Ordnung, Dianus-Triakont Verlag 1985

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leseteppichtripp

schön, wie der leseteppich fliegt
über den brillenrand ungeschärft
der blick in welten weit hinab
bücher sind auch keine anker
derweil das haar im winde wallt
weiß vom alternden schädel

© 28.06.2017 brmu

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ich möchte ...

              mal wieder schönes dichten
reime und verse ästhetisch wichten
wie einst die alten es getan

doch schau‘ ich mir die welt so an
da find‘ ich schönes nur mit ach und krach
aber menschen, die milliardenfach

erlahmen will mein wille
resthoffnung nur in stille
des alterns und der ruhe –

wo sind jetzt meine schuhe

© 02.06.2017 brmu

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trampeltrump2

und nächtens grüßt der tweeter, schier
verrückt auf deinem tragaltar:
kein klimaschutz mit „covfefe
denn geheim ist alle tumbheit

lies einfach nur von hinten ‘rum
aus dem >efef< zieht man bilanz:
>varying operation costs<
als dealer groß, als denker klein

und wahr ist’s: sehr viel teu'rer kommt
der klimaschutz - so man ihn nicht
viel ernster nimmt, denn arroganz
plus ignoranz, die komm‘ zu fall

► im verlauf der nächsten tage ?

© 01.06.2017 brmu
zitate nach meldungen aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 01.06.2017

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federnd der ball

(der einzigen)

einst spielten wir federball
küsse flogen hin und her
nun werfen wir die jahre all‘
sie werden uns schon schwer

doch klage soll nicht sein
das wäre gar nicht fair
du, mein jungbrunn‘ fein
läufst mir nimmer leer

© 26.03.2017 brmu

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again against

top down ein
phantom
buttom up ein
syndrom
make something
great again
and again
and against …

© 05.03.2017 brmu

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