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jeck um 11:11

jet jeck simmer all
das is’n klarer fall
un jede jeck is anders
im winter wie sommers
drum loss de jeck elans
ein zeichen von toleranz
und im karnevaltrubel
wird’s klar: auf der kugel
der erde leben wir alle
wie in einer großen falle
auf gedeih und verderb
köbes, ‘n kölsch, aber derb

© 23.02.2017 brmu

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beste lebensregel

haut     -farbe
haar     -farbe
augen  -farbe
körper insgesamt:
völlig irrelevant

auf dein hirn, da kommt es an
wenn reingefurzt da einer hat
macht‘s dein ganzes denken platt
drum achte auf dein hirn recht gut
selber denken, das macht mut

© 16.02.2017 brmu

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das sein

absurd, dass etwas ist
denkst du
wenn nächtens du mal pisst

absurd, wenn’s nicht mehr ist
denkst du
wer wär‘, der es vermisst'

© 16.02.2017 brmu

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Valentin hat's verpennt

verschwiegen hast du deinen tag,
Valentin, du schlapper sack!
den gestern wir doch feiern sollten.
oh wie arg wurd‘ ich gescholten:

wo denn meine liebe bliebe,
ob’s mir wäre einerlei.
und es drohten wörterhiebe
aus der jahre allerlei.

wo nur waren meine sinne,
dass auf ihn ich hatt‘ gesetzt
mich zu erinnern, hier und jetzt?
er jedoch pennt vor sich hinne!

muss zur buß‘ gedichte schreiben,
bis sie wieder gut mir ist
in eintracht, ohne diesen zwist.
will lieben ohne leiden.

für Valentinstags heißen kuss
ich den tag mir merken muss.
geht sonst das ganze wieder los!
wo, kalender, bist du bloß?

© 15.02.2017 brmu

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natur im alten stile

wenn du machst die augen auf
und aus lüften fällt der schnee
sanft auf alles bunte drauf
dann monochrom ich seh‘
was eitel einstmals farbig war

doch frühling wird es schaffen
die welt uns zu beleben
und off’nen munds wir gaffen
farben sich erheben
zu meisterbildern wunderbar

© 11.02.2017 brmu

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trübnis

reiher auf dem schuppen
dach vollendet getarnt in
flutender trübnis wie
grau in grau zerflossen
die teiche versiegelt von
mürbem eise spiegellos

wo ist oben und unten
zu suchen in diesen so
kaltherzigen welten

© 23.01.2017 brmu

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trampeltrump1

es gab eine bewerbung
in anderen landen,
die mich sprachlos gemacht.

twittersprüch‘ in hirne geschlagen,
klauen in meinem herzen versenkt,
was ist das wirkliche leben?

menschen erniedrigen
und offiziöse lügen verbreiten:
kochrezept zukünftiger gewalt!

aus machtkalkül gehoben,
sickert in unser aller leben
primitiv die respektlosigkeit.

wir brauchen als damm
den prinzipientreuen teil
der presse wider das fluten.

denn die wahrheit tut weh!
take your broken heart
make it into art.

© 10.01.2017 brmu
unter verwendung einiger passagen (schrägdruck) der von Christian Bos übersetzten rede von Meryl Streep anlässlich der verleihung des Cecil B. DeMille Award im Golden Globe in New York (Kölner Stadt-Anzeiger vom 10.1.2017, the original speech in: The New York Times, Jan, 8, 2017)

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manchmal, wenn

ich schreibe, fürchte ich,
niemand könne lesen
und meine zehn finger
landen auf den tasten
formen texte, soweit
mein denken eben reicht
es ist mein einsames gefühl

© 09.01.2017 brmu
angeregt durch: Peter Stamm, Ungefähre Landschaft, Arche Verlag 2001, seite 169

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Epirrhema anders

müsst im lit’raturbetrachten
immer dies für wichtig achten:
nichts nur drinnen, nichts nur draußen;
denn was innen, scheint nach außen.
so begreifet ohne träumnis
eilig, offen das geheimnis.

freunde nicht des baren scheins,
nicht auch des ernsten spiels:
kein geschriebenes ist eins,
immer auch ein vieles.

© 08.01.2017brmu
J. W. Goethe: Gedichte – Ausgabe letzter Hand, Cotta, 1827, Gott und die Welt, gedicht „Epirrhema“ in anderem gewande

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