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argwohn wider die literatur

Ich beargwöhne die Literatur, ja sogar die ziemlich präzisen Leistungen der Dichtung. Der Akt des Schreibens erfordert immer ein gewisses >Opfer des Intellekts<.  Man weiß zum Beispiel wohl, daß die Bedingungen der literarischen Lektüre unvereinbar sind mit einer äußersten Präzision der Sprache. Der Intellekt fordert gern von der Alltagssprache Vollkommenheiten und Reinheiten, die außerhalb ihrer Möglichkeiten sind. Aber selten sind die Leser, die ihr Vergnügen nur mit gespannten Geisteskräften finden. Wir gewinnen die Aufmerksamkeit einzig dank einiger Kurzweil, die wir bereiten; und diese Art von Aufmerksamkeit ist passiv.

© 27.08.2018 brmu
1zitat: Paul Valéry, Herr Teste, Suhrkamp 1965, Bibliothek Surhkamp Bd. 162, 8

 

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