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der roman ist ...

Alles Geschriebene bildet eine Ausfällung wie eine chemische Flüssigkeit, die zunächst klar, unschuldig und neutral war, aus der aber, nur durch die einfache Tatsache der Dauer, eine ganze darin gelöste Vergangenheit ausgefällt wird wie eine dichter und dichter werdende Geheimschrift. (24)

Der Roman ist ein Tod; er macht aus dem Leben ein Schicksal, aus der Erinnerung einen nützlichen Akt und aus der Dauer eine gelenkte bedeutungsvolle Zeit. (48)

Es besteht also eine Sackgasse der Schreibweise, es ist die Sackgasse der Gesellschaft selbst. (100)

Wie die gesamte moderne Kunst trägt die Literatursprache zugleich die Entfremdung der Geschichte und den Traum der Geschichte in sich. (101)

Roland Barthes, Am Nullpunkt der Literatur, Bibliothek Suhrkamp 1982, Bd. 762, seitenzahl

© 24.07.2018 brmu

 

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