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Leser*in im Sog

Es ist der Ton des Überzeugtseins von einer Sache, die dem Leser aus dem Geschriebenen entgegenkommt, und ihn in Bewegung, vielleicht sogar in Aufruhr bringt und in Atem hält. Dies kann zuweilen schon ein einzelner Satz, sogar ein einziges Wort bewirken. Ist dieser Prozeß erst einmal in Gang gesetzt und hat sich der Mensch den Welten, wie sie in den Büchern beschrieben werden, geöffnet, ja verschrieben, kommt er in der Regel nie mehr davon los. Es ist wie ein Sog – und in diesem Sog zieht jedes gelesenen Buch ein nächstes nach sich. Fortan verläßt man immer wieder aufs neue den eigenen Standort, um noch unbekannte Ort zu finden.

Komprimiert: Resonanz beim Lesen macht süchtig. Entzug: Schreiben!

© 16.07.2020 brmu
Zitat: Hans-Jürgen Heinrichs, Schreiben ist das bessere Leben – Gespräch mit Schriftstellern, Antje Kunstmann Verlag 2006, Vorbemerkung S. 8

 

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