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so ein kick ...

quelle: Jan Böttcher, Das Kaff, Aufbau Verlag 2018, seite 262

der protagonist Michael Schürtz bereitet mit seiner schwester Jul ein „Freundlichkeitsspiel“  (262) zwischen den migranten im „Kaff“ und seiner c-jugend des dortigen fußballvereins vor. der verein will das spiel nicht im stadion austragen. also wird von ihm ein ehemaliger bolzplatz hergerichtet.

Gut, sage ich, ich mach’s. Ich klemm mich dahinter. Aber nur unter einer Bedingung. Dass wir kein großes Bohei darum machen und das Käseblatt draußen halten, weil das Käseblatt gleich wieder von Integration schwafeln wird, und mir das Wort Freundschaftsspiel zu hoch gegriffen ist. Ein Freundlichkeitsspiel, das lasse ich gelten. …

So ein Kick ist ja nicht mehr als der allererste Schritt, der im besten Fall die Erkenntnis freisetzt, dass man Menschen aus Fleisch und Blut vor sich hat. Echte Menschen, die wirklich da sind. Nichts sonst.

11.07.2018 brmu

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amüsiertod in sicht?

"Wenn ein Volk sich von Trivialitäten ablenken läßt, wenn das kulturelle Leben neu bestimmt wird als eine endlose Reihe von Unterhaltungsveranstaltungen, als gigantischer Amüsierbetrieb, wenn der öffentliche Diskurs zum unterschiedslosen Geplapper wird, kurz, wenn aus Bürgern Zuschauer werden und ihre öffentlichen Angelegenheiten zur Varieté-Nummer herunterkommen, dann ist die Nation in Gefahr – das Absterben der Kultur wird zur realen Bedrohung."

Zitat: Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode – Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie, S. Fischer1985, seite190

© 10.07.2018 brmu
anlässlich der „Counter-Strike-WM“ in der Lanxess-Arena in Köln am 7.7.2018

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