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Kommissar Dupins Metapher

Dupin mochte diese verrückte alte Dame, in deren Kopf alles verrutschte, sich verband, was nicht zusammengehörte, sich neu zusammensetzte, auf willkürlich Weise. Für sie selbst war es eine geschlossene Welt – ihre Welt. Dupin wäre einverstanden, wenn er am Ende seiner Tage ebenfalls in seiner eigenen Welt verloren ginge.

Eine kurz reflexive Passage in einem Krimi – wie ein Wortbild, das aus dem Zusammenhang drängt als eine schöne Metapher für die alte Dame Literatur, in der sich die Autor*innen selber verlieren am Ende ihrer Tage. Und die Leser*innen Tag für Tag.

© 24.06.2020 brmu
Quelle: Jean-Luc Bannalec: Bretonische Spezialitäten – Kommissar Dupins neunter Fall, Kiepenheur&Witsch 2020, Seite203

 

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