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Lec's Tipps für Schriftsteller

Guter Rat für Schriftsteller: Im gewissen Augenblick zu schreiben aufhören. Sogar, bevor man angefangen hat. (S. 43)

Romanschriftsteller: einer, der aus Feigheit seine Gedanken in fremden Köpfen versteckt. (S. 175)

Von der Mehrzahl der Werke bleiben nur die Zitate übrig. Ist es denn nicht besser, von Anfang an nur die Zitate aufzuschreiben. (S. 193)

Präzises Denken ist eine Einschränkung der schöpferischen Freiheit. (S. 259)

Leicht verständliche Werke sind oft gerade deshalb mißverständlich. (260)

Die meisten Schriftsteller sind Autobiographen, die allerdings ein Leben erzählen, das sie nie gelebt haben. (264)

Die Wortkünstler möchten begreiflicherweise das Wort zu einer solchen Perfektion entwickeln, daß es jegliche Bedeutung verliert. (282)

Literatur muß man kreieren, nicht sozrealisieren. (288)

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im topf der wörter
brodelt viel zu viel
das will doch raus
sei’s auch zum graus
der leserschaft

© 21.04.2020 brmu
Quelle: Stanislaw Jerzy Lec: Sämtliche unfrisierte Gedanken, Zweitausendeins (o. Jahrgang), Lizenzausgabe Hanser Verlag 1996

 

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