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Modick kanalisiert

Mit irgendetwas muss man schließlich anfangen, auch wenn’s schwerfällt. Der Anfang fällt deswegen schwer, weil er den ersten Spatenstich jenes Kanals bildet, der aus dem Ozean des Möglichen und Unerzählten eine Geschichte oder einen Roman oder auch nur einen kargen Bericht wie diesen ableiten will. Und wenn dann der Autor als Kanalarbeiter an der falschen Stelle zu graben beginnt und statt auf den Ozean schließlich auf die trüben Teiche namens Alles-schon-mal-dagewesen trifft – gar nicht auszudenken.

Über den raffinierten und tiefen Doppelsinn der letzten drei Worte bitte ich Sie einen Moment zu meditieren. Gar nicht auszudenken! Ja, eben! Die besten Geschichten kann man sich gar nicht ausdenken. Sie liegen auf der Straße …1

was will uns Modick kanalisieren?

dudengemäß ginge es um eine gezielte problemlösung, indem etwas in bestimmte bahnen oder richtungen gelenkt würde..

und welches wäre das problem?

vielleicht geschmeidigkeit der texte für die leserschaft zwecks lustkauf.

Also gier nach  auflagengröße und umsatz durch ruhm und medienpräsenz oder umgekehrt?

was wäre dagegen einzuwenden?

alles! schreiben, das den massengeschmack bedient, weitet keine horizonte.

dorten kann man sich verlieren, in der weite.

genau, man kommt sich aber auch nicht ins gehege, die selbstverschuldete müdigkeit des denkens.

© 24.07.2018 brmu
1 Klaus Modick, Bestseller, KiWi 2015, seite 13/14

 

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