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wer bist du?

wer schreibt, kommt wohl irgendwann in eine identitätskrise, fragt sich, was sache ist, wie der ehemalige lyriker und jetzige krimiautor Daniel Quinn, der in die rolle des angeblichen privatdetektivs Paul Auster schlüpft, der sich aber als schriftsteller entpuppt, beschrieben von seinem namenlosen freund, den „ich“-erzähler in dem ersten teil der New York Trilogie des autors Paul Auster:

Und dann, das wichtigste von allem: mich erinnern, wer ich bin. Mich erinnern, wer ich sein soll. Ich glaube nicht, daß das ein Spiel ist. Andererseits ist nichts klar. Zum Beispiel: Wer bist du? Und warum, wenn du es zu wissen glaubst, lügst du weiter? Ich weiß keine Antwort. Alles, was ich sagen kann, ist dies: Hören Sie mir zu. Meine Name ist Paul Auster. Das ist nicht mein richtiger Name.

© 21.07.20198 brmu
aus: Paul Auster: Die New York-Trilogie, Stadt aus Glas, rororo TB 12548, 2008, 27. auflage, seite 53

 

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