litbiss.de

zufluchtsätze

Wer von einem Roman erwartet, dass er das ganze Gewicht unserer geistesgestörten Gesellschaft trägt, dass er zur Lösung unserer Probleme beiträgt, scheint mir einem typisch amerikanischen Irrglauben1 zu erliegen. Sätze von einer solchen Wahrhaftigkeit zu schreiben, dass man in ihnen Zuflucht finden kann – ist das nicht genug? Ist das nicht sehr viel?

© 22.03.20198 brmu
aus: Jonathan Franzen, anleitung zum einsamsein - essays, rowohlt Paperback 2002

1 im "globalen dorf" sind die irrenden mit ihrem glauben ebenfalls global und nicht provinziell! (brmu)

 

Kommentare

Derzeit gibt es keine Kommentare. Schreibe den ersten Kommentar!
Gäste
Dienstag, 22. Oktober 2019

Sicherheitscode (Captcha)